Magnum X

Das erste FM-Rasterverfahren für den Offsetdruck wurde von Gerhard Fischer 1984 an der technischen Hochschule Darmstadt entwickelt und publiziert. Jedoch wurde diese Technik nicht sofort von der Praxis aufgegriffen und nicht zuletzt wegen der damaligen mangelnden Computerleistung zurückgestellt. Erst 1992 griff die Reprofirma Vignold das Verfahren erneut auf, und entwickelte es unter dem Namen CristalRaster zur Praxisreife. Die Funktionsweise eines FM-Rasters ist einfach aber genial.

 

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Anders als bei der AM-Rasterung, bei der der Punkt immer größer wird (links), wird beim FM-Raster die Anzahl der Rasterpunkte je Flächeneinheit verändert (rechts). Die räumliche Verteilung der einzelnen Rasterelemente erfolgt nach mathematischen Zufallsprinzipien.

Dadurch ist die Punktgröße beim FM-Raster kleiner als bei der AM-Rasterung. Es sind so viele Rasterpunkte nach dem Zufallsprinzip auf eine bestimmte Fläche verteilt, dass sie zusammengesetzt der Rasterpunktgröße des AM-Rasterpunktes auf der gleichen Grundfläche entsprechen. Der wesentliche Vorteil der FM-Rasterung besteht darin, daß sich im Druck eine fotoähnliche Qualität und eine bessere Detailschärfe ergibt. Dies resultiert aus der höheren Auflösung (kleiner Einzelpunkte) und der Verteilung der Rasterpunkte nach dem Zufallsprinzip.

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Magnum X verbindet in den Mitteltönen die einzelnen Punkte zu Mustern zusammen um die Nachteile der Vorgänger-FM-Raster zu verringern. Durch diese Verbindung wird der erheblich höhere Punktzuwachs des FM-Rasters im Druck vermindert. Rauschen in Rasterflächen wird durch diesen ruhigeren und gleichmäßigeren FM-Raster genauso vermieden, wie bildfremde periodische Strukturen im Druckbild aufgrund einer ungenügenden stochastischen Punktverteilung.

Magnum X ist mit über 32.000 Graustufen berechnet. Diese berechneten Graustufen sind in einer Tabelle hinterlegt, aus der die Software die zu setzenden Punkte entnimmt. Diese vorberechnete Rasterung macht die Verarbeitung wesentlich schneller, da der Raster nicht mehr individuell Bild für Bild berechnet werden muss. Alle Mitteltöne sind bereits definiert und die entsprechenden Punkte werden nur noch der Tabelle entnommen und gesetzt. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch :Sublima und die AM-Raster in neueren RIP‘s.

Zusammenfassung der arbeitsweise FM:

Ein FM-Raster unterscheidet sich gravierend von den herkömmlichen AM-Rastern. Im Gegensatz zu einem AM-Raster variiert hier nicht die Punktgröße, sondern die Anzahl der immer gleich großen Punkte die zufällig angeordnet sind. Diese Rastertypen unterliegen also keinem Zwang von Winkeln und Abständen wie die AM-Technologie. Durch diese zufällige Anordnung der Punkte wird die AM-typische Rosettenbildung und somit auch eine Moiré-Bildung komplett ausgeschlossen. Der einzelne Punkt einer FM-Rasterung wird in der Einheit µm gemessen. Bei dem FM-Raster Magnum X ist im Gegensatz zu vielen anderen FM-Typen die Linearität innerhalb des Produktionsprozesses gewährleistet, da der stochastische (Zufall) Raster mit über 32.000 Graustufen berechnet ist. Anders als viele herkömmliche FM-Raster, verbindet Magnum X die einzelnen Rasterpunkte in den Mitteltönen zu geordneten Mustern (Wurmraster). Dadurch erzielt er weniger Punktzuwachs und weniger Unruhe in den Mitteltönen. Durch diese Technik sind viel weichere Tonwertverläufe zu erreichen. Verläufe sind somit sehr glatt darstellbar, und Tonwertsprünge sind nahezu ausgeschlossen. Wo andere FM-Raster durch eine Wolkenbildung oder Rauschen in Mitteltönen versagen, siegt Magnum X. Des Weiteren zeichnet er sich durch eine hervorragende Lichter- und Tiefenzeichnung aus.